Dienstag, 7. Juni 2011

Im Zug (1)

„Ist hier noch frei?“
„Nein!“
„Aber hier liegt ja nur die Tasche…?“
„Ich sagte doch, es ist nicht mehr frei!“
„Kommt denn noch jemand?“
„Nein, hier ist nicht mehr frei! Ich bin behindert!“
„Ah, ähm…Aber die Tasche könnten Sie doch trotzdem wegnehmen, oder?“
„Nein! Ich bin behindert! Muss mich meinen IV-Ausweis zeigen?“
„Entschuldigung...aber Sie brauchen doch diesen Sitz gar nicht?“
„Gopferdeckel! Jetzt lassen Sie mich in Ruhe, hier ist nicht mehr frei!“
„Ich verstehe nicht, wieso Sie ihre Tasche auf dem Sitz lassen müssen. In der Gebäckablage wäre doch auch Platz?“
„Ich brauche aber den Platz! Wollen Sie meinen Ausweis sehen?“
„Ihr Ausweis interessiert mich nicht.“
„Da löst man extra 1. Klasse, damit man genug Platz hat und dann gibt es so einen Aufstand!“
„Sie haben sicher nur einen Platz bezahlt, oder?“
„Das geht Sie einen feuchten Dreck an! Ich bin behindert!“
„Ja, das habe ich verstanden. Ich bin auch behindert!“
„Was? Sie doch nicht! Kommen Sie mir jetzt bloss nicht frech!“
„Klar bin ich behindert! Jetzt nehmen Sie ihre Tasche weg oder muss ich Ihnen meinen Ausweis zeigen?“
„Wo sind Sie wohl behindert! Bei Ihnen piepst‘s ja!“
„Pha, und wo sind Sie wohl behindert! Man sieht nämlich nichts!“
„Lassen Sie meine Behinderung in Ruhe!“
„Sie haben meine Behinderung geringgeschätzt, dabei bin ich sicher stärker behindert als Sie!“
„Auf gar keinen Fall! Ich bin am behindertsten im ganzen Zug, darauf können Sie Gift nehmen!“
„Vergessen Sie es! Mit meiner Behinderung ist garantiert weniger zu spassen! Und jetzt lassen Sie mich endlich sitzen!“
„Sicher nicht! So ein halber Scheininvalider ertrage ich nicht in meiner Nähe!“
„Ich bin sicher mehr Sein- als Scheininvalide! Aber Sie! Das einzige, was bei Ihnen behindert ist, ist Ihre Frau!“
„Hören Sie auf, meine Behinderung schlecht zu machen! Meine Behinderung ist das A und O – ganz im Gegensatz zu Ihrer!“
„Diskriminieren Sie gefälligst meine Behinderung nicht! Und wissen Sie was? Ich sitze jetzt einfach auf Ihre Tasche.“
„Autsch, sind Sie wahnsinnig! Sie sitzen auf meiner Blutkonserve!“
„Ähm…Mist. Entschuldigung. Jetzt läuft es mir ganz warm das Bein herunter. Zum Glück ist es eine Prothese, das lässt sich schneller reinigen.“

Samstag, 28. Mai 2011

Im Bahnhof (2)

"Kratzt' du mich bitte mal auf dem Rücken?"
"Was?"
"Könntest du mich bitte auf dem Rücken kratzen?!"
"Ja, klar..."
"Mehr links! Nein, runter! Noch mehr links! Weiter unten!"
"So?"
"Noch weiter links!"
"Das ist aber nicht mehr der Rücken!"
"Ist doch mir egal, jetzt kratz schon!"
"Ja..."
"Hast du die Nägel geschnitten? Ist ja voll stumpf!"
"Sorry, ja...gestern."
"Boah, voll stumpf. Das kratzt gar nicht richtig!"
"Ja, also, sorry!"
"Jetzt kratz doch!"
"Tu ich ja schon....wart, soll ich mit einem Bleistift?"
"Spinnst du? Mir den ganzen Rücken vermalen?"
"Ich nehm doch nicht die Spitze vorne!"
"Aber dann ist's ja auch stumpf!"
"Kratzt es überhaupt noch?"
"Ja, klar. Du reibst ja nur, so nützt das nichts!"
"Schau mal dort, diese Türfalle...du könntest dich an ihr kratzen?"
"Hä? Bin ich eine Kuh oder was?"
"Wieso Kuh, kratzen sich die an Türfallen?"
"Nein, aber an Bürsten!"
"Ich sehe hier nirgends eine Bürste!"
"Du bist heute sowieso unbrauchbar."

Sonntag, 15. Mai 2011

Pfui, Hund!

Ein Zwergmops namens Winnie-Puh
zerkaute Lillis Winterschuh.
Denn Lillis Füsse rochen stark
nach verdautem Himbeerquark.

Ins Leder schlug er seine Beisser,
danach hatte er
äh. Bauchweh.

Sonntag, 8. Mai 2011

Am Radio

"Wiitermache, Höfu!"
(Polo Hofer zu Polo Hofer)

Freitag, 6. Mai 2011

Im Bahnhof

"Sie haben mir einfach den Kopf abgeschnitten!"
"Stimmt. Sieht nicht so gut aus..."
"Ich finde das eine Frechheit. Sieh mal, ganz platt oben!"
"Voll fies. Einfach ab!"
"So habe ich natürlich keine Chancen!"
"Doch, sicher! Den meisten fällt das sicher nicht auf!"
"Es sieht einfach total blöd aus so. Nur bei Larissa haben sie auch noch abgeschnitten."
"Aber du bist viel hübscher als sie! Auf die musst du nicht achten!"
"Schon...aber die anderen!"
"Vergiss die, du gewinnst!"
"Ich find's trotzdem fies. Ich habe mir schliesslich so Mühe gegeben mit der Frisur. Den ganzen Abend Locken eingedreht!"
"Eben, das sieht cool aus."
"Ist schon krass, einfach so im Bahnhof zu hängen..."
"Ich freu mich total für dich, dass du das geschafft hast. Ich wette, du wirst Miss!"
"Hoffentlich. Wenn ich die anderen Bilder ansehe, wahrscheinlich schon."
"Sieh mal, die vier Typen dort drüben, die schauen voll! DIe haben dich sicher erkannt!"
"Meinst du? Trotz dem abgeschnittenen Kopf?"
"Also ab ist er ja nicht. Nur von der Frisur ein bisschen weg."
"Trotzdem. Ist einfach fies."

In der Videothek

"Schau mal, ein Aerobic-Filmchen von Jane Fonda!"
"Von wo?"
"Wie, von wo?"
"Na, von wo?"
"Ich verstehe nicht. Was meinst du mit "von wo"?
"Du sagtest, Jane von da!"
"Ja, eben."
"Eben, von wo ist sie?"
"Woher soll ich wissen, woher sie kommt?"
"Aber du sagtest doch von da!"
"Ah, von da! Nein, ich meinte Fonda!"
"Eben!"
"Ich meine, sie heisst Fonda!"
"Ah, super. Dann heisse ich also lieber Kuttelwascher."

Sonntag, 1. Mai 2011

Auf dem Friedhofsparkplatz

"Entschuldigen Sie. Ist das jetzt Diebstahl?"
"Wie?"
"Wenn ich diese Blumen pflücke..."
"Nein, sicher nicht. Das sind doch Wiesenblumen, die hier am Rand der Parkfelder stehen."
"Meinen Sie wirklich?"
"Klar, Sie können sie ganz unbesorgt pflücken."
"Da bin ich aber froh. Wissen Sie, ich will zum Grab und habe die Blumen daheim vergessen."
"Oh, das ist natürlich blöd. Aber Wiesenblumen sind ja ebenso schön wie gekaufte."
"Es geht, ja. Ich hatte trotzdem ein bisschen Angst, hier einfach so einen Strauss zu pflücken."
"Machen Sie nur, sieht ja niemand."
"Und in ein paar Tagen würden sie sowieso gemäht, oder?"
"Sicher. Und wenn Sie sie pflücken, hat wenigstens noch jemand Freude daran."
"Äh, ja."

Donnerstag, 28. April 2011

Im Bus (3)

"Was zum Teufel machen Sie da??"
"Sehen Sie das nicht?"
"Äh, doch! Allerdings! Sie nageln meinen Ärmel auf das Polster!"
"Genau!"
"He, hören Sie sofort auf, was soll das?"
"Ich will nur Grenzen setzen!"
"Bitte, was??"
"Ihr Ärmelstoff lag dauernd auf meiner Sitzhälfte!"
"Aber deswegen können Sie mich doch nicht einfach festnageln!"
"Ich nagle ja gar nicht Sie, sondern Ihren Ärmel an. Das ist ein Unterschied."
"Danke, da wäre ich jetzt nicht darauf gekommen. Ich dachte bisher, ich sei mit einem Ärmel gleichzusetzen."
"Sehen Sie, jetzt haben Sie sogar etwas gelernt."
"Jetzt lassen Sie das, Sie machen ja meine Jacke kaputt!"
"Seien Sie doch froh, dass ich einen extra dünnen Nagel dabeihabe. Ich habe auch dickere!"
"Sie sind wirklich nicht ganz bei Trost! Fertig jetzt, lassen Sie meinen Ärmel los!"
"Gebärden Sie sich doch nicht wie ein kleines Kind! Ich tue Ihnen ja nicht weh!"
"Ich glaub's nicht, jetzt holt er tatsächlich einen Hammer hervor...Bin ich hier eigentlich im Irrenhaus??"
"Nein, im Bus."
"Das weiss ich. Lassen Sie jetzt los!"
"Nein, Sie sind ganz selbst schuld! Wieso lassen Sie auch ihren Ärmel auf fremden Polster liegen!"
"Haben Sie eigentlich keine anderen Probleme? Wegen meinem Ärmel auf Ihrer Seite werden Sie ja wohl nicht gleich sterben!"
"Nein, aber was nicht ist, kann ja noch werden."
"Wehe, Sie beginnen jetzt zu hämmern! Ich schreie!"
"Ich sagte doch, ich passe auf!"
"Ich muss da vorne aussteigen!"
"So - zack - das wird Ihnen eine Lehre sein!"
"Ich glaub's nicht, sie haben mich angenagelt!?"
"Selbst schuld. Ich steige jetzt aus, Sie können ja noch eine Runde fahren und darüber nachdenken, dass man Ärmel im Zaun halten soll!"
"Hat hier irgend jemand eine Zange?"

Montag, 25. April 2011

Im Bus (2)

"Entschuldigung, wann fahren Sie ab?"
"Wenn ich will."
"Aber laut Zeittafel müsste der Bus jetzt losfahren...?"
"Auf die Zeittafel kann man nicht gehen."
"Aber gemäss meiner Uhr..."
"Dann geht Ihre Uhr eben falsch!"
"Aber könnten Sie nicht vielleicht jetzt fahren? Ich habe einen wichtigen Termin."
"Ich muss zuerst einen fahren lassen!"
"Was???"
"Ja, sehen Sie doch! Der Bus in den Barmberg will vor mir abfahren!"
"Aber Sie sollten doch vor dem Bramberg-Bus fahren, gemäss Zeittafel!"
"Dann hätten Sie doch den Bramberg-Bus nehmen können, wenn Sie es so pressant haben!"
"Aber ich will doch gar nicht in den Bramberg!"
"Das ist nicht mein Problem."
"Könnten Sie jetzt bitte fahren? Der Bramberg-Bus ist weg!"
"Ja, hä! Jetzt müssen Sie mit mir vorlieb nehmen!"
"Das ist wirklich das Letzte! Ich werde mich beschweren!"
"Nur zu! Sie wissen aber schon, dass man mit dem Chauffeur nicht sprechen darf?"
"Ja, während der Fahrt!!!"
"Ich wollte fahren, dann kamen Sie mit ihren dummen Fragen!"
"Ich habe Sie lediglich gebeten zu fahren!"
"Und ich musste Ihnen antworten und konnte nicht fahren! Sie haben mich von der rechtzeitigen Fahrt abgehalten!"
"So, jetzt habe ich endgültig genug. Auf Wiedersehen, ich nehme ein Taxi."
"Sie können jetzt nicht mehr aussteigen, ich fahre!"

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